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Jahresevent der Stiftung FHNW, Mittwoch 25. Juni 2014

Innovationen fördern

Am Jahresevent der Stiftung FHNW stellten Forschende ihre geförderten Projekte vor. Eine Forschungsgruppe der FHNW arbeitet an einem Verfahren, um Knochenimplantate in einem 3D-Drucker herstellen zu können. Beim zweiten Projekt «HEVE» wird untersucht, warum Erwachsene mit schweren Behinderungen mit «herausfordernden Verhaltensweisen» reagieren.

Die Stiftung FHNW unterstützt herausragende Projekte der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Lehre und Forschung. Dies gelingt ihr mit der tatkräftigen Unterstützung von Stiftern und Donatoren aus Wirtschaft, Institutionen und Privatpersonen. Am diesjährigen Jahresevent begrüsste Stiftungspräsident Urs Endress 70 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Neue Ideen fördern
Urs Endress zeigte in seinem Rückblick, wie sich die bereits geförderten Projekte der Stiftung entwickelt haben. Die Hochschule für Life Sciences FHNW hatte eine mobile, wasserlose Spitaltoilette entwickelt. Diese sammelt von Patienten ausgeschiedene Medikamentenrückstände, die anschliessend in der Kehrrichtsammelstelle verbrannt werden. So wird verhindert, dass die giftigen Stoffe in den Abwasserkreislauf gelangen und aufwendig wieder entfernt werden müssen. Die Idee kaufte jetzt eine Firma in der Ostschweiz, die ein marktfähiges Produkt entwickelt. Auch der an der FHNW ausgebildete Projektingenieur wird von der Firma übernommen. Auch in diesem Jahr fördert die Stiftung FHNW Projekte mit insgesamt 120 000 Franken. «Mit dieser Unterstützung leisten wir eine Anschubfinanzierung für innovative Ideen und neue Forschungsfelder», betonte Endress.

Personalisierte Medizin
Michael de Wild, Professor an der der Hochschule für Life Sciences FHNW, präsentierte sein Projekt «3D printed resorbable metalic implants». Er forscht zusammen mit einer Gruppe an Metall-Implantaten, die mittels eines 3D-Druckers hergestellt werden können. Das Verfahren bietet zwei Vorteile: Zum einen können die Implantate individuell für jeden Patienten hergestellt werden. Zum anderen ist Magnesium sehr hautverträglich, so dass die Implantate nicht mehr wie heute nach der Heilung, in einer zweiten Operation wieder entfernt werden müssen. Die Gruppe beschäftigt sich mit der Herstellung in einer Laserschmelze und mit der Bioverträglichkeit des sehr brennbaren Magnesiums. «Wir stehen erst am Anfang. Im kommenden Jahr werden wir einen ersten Testdruck herstellen», sagt de Wild.  Wie erfolgversprechend das Projekt schon heute eingeschätzt wird, zeigt auch der Preis der Vigier-Stiftung. Diese fördert das Projekt zusätzlich mit 100 000 Franken.

Hilfe für Betreuungspersonal
Prof. Dr. Eva Büschi und Stefania Calabrese, lic. phil., des Instituts Integration und Partizipation IIP der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW präsentierten das Projekt «HEVE».

Darin wird untersucht, warum Erwachsene mit schweren und/oder mehrfachen Beeinträchtigungen mit «herausfordernden Verhaltensweisen», kurz HEVE, reagieren. Anhand von zehn Fällen versucht die Forschungsgruppe, bestehend aus Eva Büschi, Stefania Calabrese, Gabriela Antener, Daniel Kasper und Monika von Fellenberg, herauszufinden, wie dieses "herausfordernde Verhalten" konkret aussieht, wodurch es ausgelöst wird, wie damit umgegangen wird und welche Auswirkungen es hat. «In der Schweiz ist darüber bisher noch kaum geforscht worden. Mit Hilfe unserer Ergebnisse wollen wir einen Einblick gewinnen in diese Thematik, um aufzuzeigen und Informationen zu bieten, wie HEVE entsteht und welche Präventions- bzw. Interventionsmöglichkeiten bestehen », sagt Prof. Dr. Eva Büschi.

Grosse Vielfalt
Crispino Bergamaschi, FHNW Direktionspräsident und Stiftungsrat, zeigte sich von den präsentierten Projekten beeindruckt: «Ich bin stolz, dass die FHNW in allen gesellschaftlichen Bereichen aktiv ist.» Mit den neuen Campusbauten in Olten, Brugg-Windisch, am Dreispitz Basel und der für das Jahr 2018 geplante Campus in Muttenz, setze die FHNW ein Zeichen für innovative Standorte in den Trägerkantonen. Aufgabe der FHNW sei es unter anderem sichtbar zu machen, welchen Mehrwert sie für Gesellschaft und Wirtschaft leiste. Für die kommenden Jahre sind daher vier strategische Initiativen geplant. Neben der Erzeugung, Distribution und nachhaltigen Nutzung von erneuerbaren Energien (Energy Chance), der alternden Gesellschaft und Unternehmertum wird das Projekt Edu Nat lanciert. Damit sollen die Themen Naturwissenschaft, Technik und Informatik bereits in der Volksschule vermittelt werden. «Damit wollen wir einen Beitrag gegen den bestehenden Fachkräftemangel in der Schweiz leisten», sagte der Direktionspräsident.

Impressionen

Stiftung FHNW Jahresevent 2014
Stiftung FHNW Jahresevent 2014
Stiftung FHNW Jahresevent 2014
Stiftung FHNW Jahresevent 2014
Stiftung FHNW Jahresevent 2014

Alle Bilder: Tom Kawara

 
 
 
 

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